Leodegar Schmid

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Leodegar (Alfons Johann Franz) Schmid (* 25. Oktober 1748 von Altdorf; † 18. Februar 1825 in Muri), apostolischer Notar

Lebensdaten

Profess: 26. April 1767

Priesterweihe: 20. Dezember 1772

Ämter

Lehrer in Muri: 1773–1785

Archivar: 1773–1776

Abtssekretär: 1785/87–1798

Kapitelssekretär: 1788–1793, 1798–1803, 1810–1821

Zeremoniar: 1810–1813

Frühmesser in Boswil: 1810–1814

Beziehungsnetz

Verwandtschaft

Sohn des Franz Joseph Schmid von Bellikon, Hauptmann, und der Anna Magdalena Bessler von Wattingen. Der Vater, gebürtig von Altdorf, war 1753–1786 bischöfl.-konstanz. Obervogt von Klingnau und Zurzach. Er und sein Sohn, Johann Martin Schmid, übten dieses Amt bis zum Ende des Ancien Régime aus.

Die Familie Schmid von Bellikon erwarb 1640 das Schloss und die Gerichtsherrschaft Bellikon und gab sich deshalb ab 1645 den Zunamen von Bellikon. 1646 wurde sie von Ferdinand III. in den Reichsritterstand erhoben. 1674 kam die Familie durch Heirat in den Besitz von Schloss und Herrschaft Böttstein. Die Nachkommen dieser Linie nannten sich deshalb von Bellikon und Böttstein.

Brüder: Josef Maria Schmid (1750–1819), Kommandant, Obervogt und Mitglied der provisorischen Regierung des Kantons Baden. Johann Martin Schmid (1756–1829), Obervogt und Grossrat. P. Martin Schmid, Benediktiner in St. Blasien.

Ein Neffe P. Leodegar Schmids, Hauptmann und Grossrat Josef Schmid (1795–1854), wurde im Zusammenhang mit den Unruhen im Freiamt 1841 gefangen genommen.[1]

Der Urner Landammann und Marschall Friedrich Alfons Bessler war P. Leodegar Schmids Pate.

Franz Anton Würsch, Landammann des Kantons Nidwalden, bezeichnet P. Leodegar Schmid in einem Brief als Vetter.[2]

J. L. Bachmann bezeichnet P. Leodegar Schmid in einem Brief als Onkel.[3]

Bekanntschaft

Er war mit Johann Rudolf Schinz befreundet, der am 23. April 1782 zusammen mit Felix Nüscheler das Kloster Muri besuchen wollte. Weil aber gleichzeitig die Fürstäbte von St. Gallen und Pfäfers im Kloster zu Gast waren und der Abt von St. Gallen sich weigerte, mit den Zürchern am selben Tisch zu speisen, wurden sie nicht zur klösterlichen Tafel geladen.[4]

Lebensbeschreibung

P. Leodegar Schmid legte 1767 Profess im Kloster Muri ab. Am 21. Dezember 1770 empfing er in Luzern die Weihe zum Subdiakon, am 13. Juni 1772 in Konstanz die Weihe zum Diakon und am 20. Dezember 1772 in Luzern die Priesterweihe. Er war danach als Lehrer in der Klosterschule tätig. 1773 wurde er zudem Archivar, 1774 Lehrer der Rhetorik, 1776 Unterzeremoniar und Lehrer der Philosophie, 1777 Lehrer der Theologie. 1785 übernahm er das Amt des Abtssekretärs. Während der Revolution und der Abwesenheit des Abtes war P. Leodegar von 1798 bis 1803 Kapitelssekretär. Dieses Amt übernahm er von 1810 bis 1821 wieder und war gleichzeitig auch Zeremoniar. Bis 1814 war er ausserdem Frühmesser in Boswil. 1821 erkrankte er an Asthma. Der sehr gebildete und tüchtige Mann starb am 18. Februar 1825 nach langer schwerer Krankheit im 77. Altersjahr.[5]

Werke

Einzelnachweise

  1. Amschwand, Rupert: Abt Adalbert Regli und die Aufhebung des Klosters Muri, Sarnen 1956. (Jahresbericht des Kollegiums Sarnen), S. 339–359.
  2. StiAMG Sarnen, A-IV-XII-10.
  3. StiAMG Sarnen, A-IV-XII-15-9.
  4. Schinz, Hans Rudolf: Reiss durch Lunkhofen, Muri [1782] In: Unsere Heimat 8, 1934, S. 54–62.
  5. Gem. dem Tagebuch von P. Ambros Christen (S. 18) war er volle zwei Jahre bettlägerig.

Bibliographie

  • Historische Gesellschaft des Kantons Aargau (Hg.): Biographisches Lexikon des Aargaus 1803–1957, Aarau 1958. S. 676 f.
  • Scriptores Ordinis S. Benedicti, qui 1750 ad 1880 fuerunt in Imperio Austriaco-Hungarico, Wien 1881. S. 414. Digitalisat
  • von Haller, Gottlieb Emanuel: Bibliothek der Schweitzer-Geschichte und aller Theile, so dahin Bezug haben, Bd. 4, Bern 1787. Nr. 136, 989 a.
  • von Mülinen, Egbert Friedrich: Prodromus einer schweiz. Historiographie in alphabet. Reihenfolge die Historiker aller Cantone und aller Jahrhunderte umfassend, 1874. S. 119.
  • Professbuch: Nr. 576.